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MarcAurelConsult heißt für mich: Unseren Kunden in jeder Unternehmenssituation helfen, bleibende Werte schaffen, unseren Beratern spannende Projekte und wichtige Erfahrungen neben dem Studium anbieten und Freundschaften fürs Leben schließen.

 

Qi-Min Fei - Vorsitzender

 

Interview: Welche Rechtsform für Existenzgründer?

Im letzten Jahr ist die Zahl der Existenzgründungen, laut dem IfM, auf 417.600 gestiegen und der Trend tendiert dazu, dass diese in Zukunft zunehmen werden. Doch was muss ich bei der Wahl der Rechtsform beachten? Soll ich eine GmbH gründen oder doch lieber eine GbR?

Da viele zukünftige Unternehmer mit dieser Frage konfrontiert werden, haben wir ein Interview mit Hanjo Hamann geführt, welcher sich im Ressort Finanz & Recht mit der Frage der Wahl der Rechtsformen intensiv beschäftigt hat.

 

F: Hallo Hanjo, danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Warum hast du das Thema Rechtsformwahl behandelt?

A: MarcAurelConsult berät in einer Liga, in der viele innovative junge Mittelstandsunternehmen tätig sind. Ein Standbein des Vereins ist daher die Betreuung von Gründungen und sogennanten Start-Ups. Daher müssen wir stets alle Themen im Auge haben, die für solche Gründungen interessant und relevant sind. Um den Wissenstransfer zu erleichtern, erarbeitet unser Ressort derzeit eine umfassende Dokumentation darüber. Mein Projekt war nur eines der Module - dasjenige, das ich dank meiner gesellschaftsrechtlichen Ausrichtung am fundiertesten bearbeiten konnte.

F: Welche Dinge sollte ein Gründer bei der Wahl der Rechtsform beachten?

A: Vor allem müssen Gründer beachten, dass die Rechtsformwahl als Strukturentscheidung die gesamte spätere Geschäftstätigkeit prägt. Sie sollte deshalb möglichst mit ausreichend Vorlaufzeit und Sorgfalt angegangen werden...

F: ... und wie sieht diese Sorgfalt aus?

A: Nun, Gründer müssen sich über eine Struktur klarwerden, die die Kapitalverhältnisse, Informationsflüsse und Kontrollrechte bestmöglich ordnet. Entscheidungsfaktoren sind dabei insbesondere das Gesellschafts- und Steuerrecht, aber auch das Erbrecht und andere Rechtsgebiete spielen eine Rolle. Der Schlüssel jeder rechtlichen Gestaltung ist stets das wirtschaftliche Ziel. Das heißt: Jede Gründung ist anders, es gibt keine Patentrezepte. Deshalb liegt das Augenmerk meiner Arbeit auf den Entscheidungsprozessen, die eine Gründung bei der Rechtsformwahl durchlaufen sollte.

F: Um mal konkret zu werden, wann sollte man zum Beispiel zur Kapital- anstatt zur Personengesellschaft greifen?

A: Kapital- und Personengesellschaft tragen ihren wesentlichen Unterschied schon im Namen: Die eine dient dazu, Investitionsmittel für kapitalintensive Projekte zu sammeln, die andere dient der Zusammenarbeit von Personen. Entsprechend können Kapitalgesellschaften sehr viel anonymer ausgestaltet werden, und die persönliche Haftung ist stets ausgeschlossen - allerdings nur um den Preis einer Anfangsinvestition. Die benötigen Personengesellschaften normalerweise nicht, dafür sind sie viel stärker vom Bestand der einzelnen Gesellschafter abhängig. Dazwischen gibt es freilich zahlreiche Mischformen oder Querschnittstypen. Bei der Wahl einer Rechtsform sind also die verschiedenen Kriterien zu gewichten, und zwar - wie gesagt - abhängig davon, welches Ziel das Unternehmen verfolgt.

F: Wie viel Zeit und Geld muss man für eine Unternehmensgründung etwa mitbringen?

A: Das kommt ganz auf die Gesellschaftsform an. Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts etwa ist in einer Minute gegründet, indem sich drei Leute auf einen gemeinsamen Zweck einigen, zu dem jeder etwas beisteuert. Kapitalgesellschaften müssen dagegen beim Notar gegründet werden und benötigen - mit Ausnahme der neu eingeführten UG - eine hohe Anfangsinvestition. Pauschale Aussagen über den Zeit- und Kostenaufwand sind daher gar nicht möglich.

F: Du erwähntest die UG. Ist sie eine Alternative zu den bestehenden Gesellschaftsformen?

A: Sicher ist sie das, sonst gäbe es sie nicht. UG heißt Unternehmergesellschaft, und für diesen Personenkreis wurde sie eingeführt: Unternehmer, die partnerschaftlich agieren wollen, aber Wert auf eine Haftungsbeschränkung legen, ohne gleich viel Geld investieren zu müssen. Die wichen in den letzten Jahren gern mal auf englische Gesellschaftsformen aus, weil sie leichter und billiger zu gründen waren. Dagegen wollte der Gesetzgeber eine deutsche Alternative setzen. Ihr Nachteil ist, dass sie immer mit dem Rechtsformzusatz "UG (haftungsbeschränkt)" auftreten muss. Und jedes Jahr muss ein Teil der Gewinne zurückgelegt werden, um so das Haftungskapital anzusparen, das eine GmbH oder AG von Anfang an hat.

F: Wo kann ich weitere Informationen zum Thema Rechtsformwahl erhalten?

A: Es gibt zahlreiche Gründerberatungen, etwa der Handelskammern, aber inzwischen auch vieler Universitäten. Daneben gibt es Internetangebote von wechselnder Qualität, bei denen man aber stets auf Aktualität achten sollte, denn Rechtsmaterien ändern sich schnell. Eine gute Anlaufstelle ist das Existenzgründerportal des Wirtschaftsministeriums unter www.existenzgruender.de. Wenn es dann ernst wird, sollte man auf jeden Fall einen Berater und/oder Rechtsbeistand ins Boot holen.

 

Wenn Sie mehr zum Thema der Rechtsformwahl bei Existenzgründungen erfahren wollen, können Sie Hanjo Hamann unter hhamann@marcaurelconsult.de kontaktieren.